Social Freezing
Mit Social Freezing können Sie den Zeitpunkt einer möglichen Schwangerschaft bewusst planen und die Qualität Ihrer Eizellen für die Zukunft erhalten.
Mit Social Freezing – dem Einfrieren von Eizellen – können Sie den Zeitpunkt einer möglichen Schwangerschaft bewusst auf einen späteren Termin verlegen und ihre reproduktive Lebensphase deutlich verlängern. Denn mit zunehmendem Alter sinkt nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Eizellen – und somit die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Durch das Einfrieren wird der Alterungsprozess der Eizellen gestoppt, so dass sie zum gewünschten Zeitpunkt in ihrer ursprünglichen Qualität befruchtet werden können.
Weitere Anlässe für Social Freezing können eine primär eingeschränkte Eizellreserve (Primary Ovarian Failure/POF) sein oder eine beeinträchtigte ovarielle Reserve durch Erkrankung (Ovarialendometriose). Gleiches gilt für die Gefährdung der Fruchtbarkeit durch eine bevorstehende Krebstherapie. In solchen Fällen lassen Patientinnen gesunde Eizellen sicherheitshalber einfrieren, um vorbereitet zu sein, falls sie nach der Therapie nur schwer oder gar nicht mehr schwanger werden können.
Die Qualitätssicherung unserer Kryokonservierung erfolgt entsprechend der Vorgaben von FertiPROTEKT, einem Zusammenschluss von Zentren, die sich der Erhaltung der Fruchtbarkeit verschrieben haben. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Beratung über den Schutz der Fruchtbarkeit vor geplanten Behandlungen (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung), welche als unerwünschte Nebenwirkung die künftige Zeugungsfähigkeit der Patientinnen und Patienten einschränken können.
Nach ovarieller Hyperstimulation werden unbefruchtete, befruchtungsfähige Eizellen (Metaphase II) eingefroren. Aufgetaut, künstlich befruchtet (IVF/ICSI) und nach erfolgreichem Embryotransfer von Ihnen ausgetragen werden sie erst dann, wenn es Ihre berufliche oder persönliche Situation erlaubt und Sie und Ihr Partner sich für ein gemeinsames Kind entschieden haben. Dies sollte bis zum 45. Lebensjahr geschehen. Nach dem 50. Lebensjahr ist eine Schwangerschaft mit erheblichen gesundheitlichen Risiken für Mutter und Kind verbunden.
Je jünger Sie sind, desto größer ist die Anzahl der Eizellen und desto besser die Eizellqualität. Denn mit zunehmendem Alter kommt es im Rahmen der Eireifung (Reifeteilung) zu variablen chromosomalen Aberrationen bzw. Erbgutveränderungen. Diese schränken die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft ein. Daher sollten Sie bei der Entscheidung für Kryokonservierung nicht älter als 37 Jahre sein. Später ist sie auch noch möglich, aber die Prognose für eine erfolgreiche IVF-/ICSI-Therapie deutlich schlechter.
Aus zehn fertilisierten Eizellen entwickeln sich im Durchschnitt ein bis zwei vitale Embryonen, die in die Gebärmutter transferiert werden können. Somit weisen kryokonservierte Eizellen die gleiche Befruchtungs- und Entwicklungsfähigkeit wie frische Eizellen auf. Und sie führen auch in gleichem Maße zu einer Schwangerschaft, da diese vor allem vom Alter der Patienten und von der Anzahl der befruchten Oozyten abhängt. Da die Anzahl reifer, befruchtungsfähiger Eizellen mit zunehmendem Alter abnimmt, können dann mehrere Punktionen und künstliche Befruchtungen mittels IVF/ICSI-Verfahren notwendig werden, um eine vertretbare kumulative Geburtenrate (> 80 %) zu erzielen.
Wenn Sie das zuvor skizzierte Szenario gelesen haben, dann denken Sie vielleicht: „Mein Gott, die übertreiben doch!“ Aber Social Freezing ist nicht nur ein Lifestyle-Thema. Es kann sogar sehr ernste Hintergründe haben – zum Beispiel, wenn Ihnen eine Chemotherapie bevorsteht und Sie zuvor unbelastete Eizellen und Spermien einfrieren lassen möchten. Aber es ist eben auch ein Thema, das stark mit dem modernen Lebensstil der Menschen verknüpft ist – dem wir nicht nur mit großer Erfahrung in der Kryokonservierung begegnen, sondern auch mit großem Verantwortungsbewusstsein. Wir setzen deshalb auf individuelle Beratung und eine gezielte Diagnostik, um Ihre persönliche Situation genau einschätzen und Ihnen die bestmögliche Empfehlung geben zu können.
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