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Überblick über die Behandlungsergebnisse 2024

Behandlungszyklen und Methoden

Im Jahr 2024 führten wir am MVZ über 2.644 Behandlungszyklen der Assistierten Reproduktion (ART) durch. Diese beinhalten:

  • 1.329 Follikelpunktionen für IVF- oder ICSI-Therapien
  • 284 Follikelpunktionen für Social oder Medical Freezing
  • 1.031 Auftauzyklen

Fast die Hälfte aller Behandlungen erfolgte mit kryokonservierten Gameten.

 

Schwangerschaftsraten
  • Bei IVF- und ICSI-Therapien konnten über alle Altersgruppen durchschnittliche Schwangerschaftsraten von 40 % erzielt werden.
  • Für sogenannte „ideale Patientinnen“ (≤ 37 Jahre, 1. Behandlungszyklus, AMH ≥ 1,0, mindestens 4 Vorkernstadien, Verwendung von Frisch- oder Kryosperma) betrug die Schwangerschaftsrate in ICSI-Therapien 54,3 %. 

Die Erfolgschancen sinken kontinuierlich mit zunehmendem Alter der Frau, sodass das Alter ein entscheidender Faktor für die Behandlungsergebnisse ist.

 

Mehrlingsschwangerschaften und Qualitätsziele

Neben hohen Schwangerschaftsraten ist die Senkung von Mehrlingsschwangerschaften ein zentrales Qualitätskriterium geworden. Ziel ist die Geburt eines gesunden Kindes bei minimalem Risiko.

  • Nach Transfer von 2 Blastozysten lag die Mehrlingsrate über alle Altersgruppen bei 27 %.
  • Bei Zwillingsschwangerschaften betrug der Anteil an Frühgeburten 2022 z. B. 76,5 % (Deutsches IVF Register DIR).
  • Zur Vermeidung von Mehrlingsschwangerschaften wird zunehmend der Single Embryotransfer (SET)eingesetzt.
  • 2024 erfolgten 86 % unserer Frischtransfers als SET, wobei gleichwertige Schwangerschaftsraten erzielt werden wie beim Transfer von zwei Blastozysten.

 

Embryonale Entwicklung und Labortechnik

Die Entwicklung eines Embryos an Tag zwei oder drei ist nur eingeschränkt vorhersehbar. Physiologisch findet die Implantation im Blastozystenstadium im Cavum uteri statt.

  • Im Labor wird die embryonale Entwicklung über fünf Tage beobachtet, um die optimale Blastozyste am Tag 5 zu transferieren.
  • Durch den Einsatz modernster Labortechnik, insbesondere des Embryoskop-Inkubatorsystems mit KI-gestützter Beurteilung (IDA-Score), können hohe Schwangerschaftsraten beim Single Embryotransfererreicht werden.

iDAScore und Gardner Score ROC Curve

Im Embryoskop wird unter stabilen Kulturbedingungen das Teilungsverhalten des Embryos durch „time lapse“- Photographie fortlaufend festgehalten. Die unterschiedlichen morphologischen Veränderungen werden dabei über ein Neuronales Netz (iDAScore) ausgewertet. Diese kumulierten Daten wurden nach Untersuchung einer Vielzahl von Embryonen dann mit klinischen Parametern, wie z. B. der Geburtenrate nach Implantation eines einzelnen Embryos, korreliert. Im Vergleich zu der subjektiven morphologischen Bewertung durch die Biologen (Gardner-Score) ist dieser über künstliche Intelligenz (KI) objektiv ermittelte Score im Allgemeinen prognostisch verlässlicher und hat damit auch eine höhere Aussagekraft (ROC-AUC 0,68 vs. 0,64; s. Grafik), s. a. unten angefügte Publikation aus unserem Zentrum.

iDAscore 6,3

J Assist Reprod Genet. 2023 Sep;40(9):2129-2137

iDAScore 9,4