Klinisches Endometriosezentrum

Ganzheitliche Behandlung von außerhalb der Gebärmutter befindlicher Schleimhaut

Endometriose ist eine häufige, gutartige, aber oft schmerzhafte und chronisch verlaufende Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt. Sie tritt bei ca. 7 bis 12 % aller Frauen im Alter von 15 bis 45 Jahren auf und ist die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Oft bleibt sie lange Zeit unerkannt, weil die Beschwerden meist unspezifisch und nicht immer eindeutig der Endometriose zuzuordnen sind. Im Schnitt dauert es hierzulande sechs Jahre, bis die endgültige Diagnose gestellt wird.

Endometriose kann eine Schwangerschaft verhindern 

Die natürliche Schwangerschaftsrate von Endometriose-Patientinnen liegt ca. 40 % unter dem Durchschnitt gesunder Frauen. Verantwortlich dafür können Verwachsungen oder mit Endometriose befallene Eileiter sein. Außerdem kommen eine gestörte Gebärmutterbewegung, ein unregelmäßiger Transport der Spermien und eine Einnistungsproblematik bei Endometriose-Befall der Gebärmutterwand (Andenomyose uteri) als Ursachen in Betracht. Gleiches gilt für eine gestörte Eierstockfunktion und eine gestörte Eizellreifung.

Bei einer leichten bis milden Endometriose (Stadium I-II) können wir die Fruchtbarkeit durch operative Entfernung der Herde verbessern. Bei einem ausgedehnten Befall (Stadium III-IV) ist die assistierte Reproduktion (IVF-Therapie) einer Operation zur Realisierung des Kinderwunsches überlegen.

1.Symptome der Endometriose

Leitsymptom ist der Unterbauchschmerz. Meist ist er zyklusabhängig und verstärkt während der Periodenblutung (Dysmenorrhoe). Je nach Lokalisation kann sich Endometriose aber auch als Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, bei der gynäkologischen Untersuchung oder beim Stuhlgang bemerkbar machen. 

Wichtige Hinweise auf Endometriose liefern eine gezielte gynäkologische Untersuchung, Zysten sowie die Krankengeschichte (Anamnese). Die endgültige Diagnose kann nur durch eine Bauchspiegelung gestellt werden sowie durch eine feingewebliche (histologische) Untersuchung der Herde.

2.Ursachen der Endometriose

Warum eine Frau an Endometriose erkrankt, ist bis heute nicht sicher geklärt. Eine Entstehungstheorie besagt, dass eine sogenannte retrograde Menstruation auftritt: Dabei gelangt die Periodenblutung durch die Eileiter „rückwärts“ in den Bauchraum, wo sich dann mitgenommene Schleimhautzellen ansiedeln. Eine zweite Theorie beschreibt eine Verschleppung von Schleimhautzellen über die Blut- und Lymphgefäße und bei Operationen. Ebenfalls diskutiert werden eine genetische Komponente sowie eine entwicklungsbedingte Veranlagung.

3.Schmerzreduktion und Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch

Wir sind seit 2013 als klinisches Endometriose-Zentrum der Stufe II zertifiziert – durch die europäische Endometriose Liga, die Stiftung Endometriose-Forschung und die Endometriose-Vereinigung-Deutschland e.V. Die Zertifizierung belegt, dass wir über weitreichende medizinische Kompetenz verfügen sowie strenge Kriterien, Richtlinien und Verfahren in Bezug auf Diagnostik und Therapie der Endometriose einhalten.

Zur ganzheitlichen Behandlung der Endometriose stehen uns Kooperationspartner der Urologie und der Radiologie zur Seite. Gleiches gilt für eine Schmerztherapeutin, eine Psychologin, eine Ergotherapeutin, eine Ernährungsberaterin und eine Ärztin für Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin. Gemeinsam geht es uns darum, Ihre Lebensqualität durch Schmerzreduktion zu verbessern und Ihnen bei unerfülltem Kinderwunsch zu helfen.