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Social Freezing

Vorsorgliches Einfrieren von Eizellen für eine spätere Schwangerschaft

Seit Apple und Facebook ihren Mitarbeiterinnen in Amerika anbieten, die Kosten für das Einfrieren von Eizellen zu erstatten, damit sie vor dem Kinderkriegen Karriere machen können, ist das Thema in aller Munde. Laut einer Umfrage* der Wochenzeitung „Die Zeit“ halten auch hierzulande viele junge Frauen einen Fertilitätserhalt durch Social Freezing für sinnvoll: Über die Hälfte der 14- bis 29- und 40- bis 49-Jährigen können sich vorstellen, über dieses Verfahren den Zeitpunkt Ihrer Schwangerschaft bewusst auf einen späteren Zeitpunkt zu verlagern und damit ihre reproduktive Lebensphase deutlich zu verlängern. Eine Finanzierung über den Arbeitgeber wird jedoch von den meisten abgelehnt.

Befruchtung und Schwangerschaft erfolgen deutlich später als die Eizellentnahme

Unter Social Freezing versteht man das vorsorgliche Einfrieren (Kryokonservierung) von unbefruchteten, befruchtungsfähigen Eizellen (Metaphase II) nach vorausgegangener ovarieller Hyperstimulation. Anlass dafür ist dafür im Allgemeinen keine medizinische Indikation, wie dies z. B. bereits vor einer Tumortherapie erfolgt (Medical Freezing), sondern der Wunsch, den Zeitpunkt einer möglichen Schwangerschaft freier zu bestimmen. Eine schon primär eingeschränkte Eizellreserve (POF/"primary ovarian failure") oder eine Erkrankung, die die ovarielle Reserve beeinträchtigen kann (Ovarialendometriose), können ein solches Vorgehen aber auch sinnvoll erscheinen lassen. So werden die Eizellen erst dann aufgetaut, künstlich befruchtet (IVF/ICSI) und nach erfolgreichem Embryo-Transfer von der Spenderin zu einem Zeitpunkt ausgetragen, wenn die berufliche oder persönliche Entwicklung dies erlaubt und sich das Paar für ein gemeinsames Kind entschieden hat. Im Allgemeinen ist es sinnvoll bis zum 45. Lebensjahr eine Schwangerschaft anzustreben. Da nach dem 50. Lebensjahr altersbedingt erhebliche gesundheitliche Risiken mit einer Schwangerschaft für Mutter und Kind verbunden sind, besteht weltweit allgemeines Einverständnis spätestens zu diesem Zeitpunkt keine Schwangerschaft mehr anzustreben.

Kryokonservierung ist ein sicheres Verfahren

Die Methode der Kryokonservierung von Zellen ist zwischenzeitlich ein unverzichtbares und sicheres Verfahren in der Reproduktionsmedizin geworden. So frieren wir zum Beispiel im Rahmen einer IVF- oder IVF/ICSI-Behandlung überschüssige befruchtete Eizellen (Vorkernstadien) ein, um eine gesundheitliche Gefährdung der Patientin (Überstimulationssyndrom) zu vermeiden oder den Embryo-Transfer bei Nichteintreten einer Schwangerschaft zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen zu können. Dies erlaubt den Eintritt einer Schwangerschaft, ohne dass die Patientin alle Therapieschritte der Stimulation der Eierstöcke und der Punktion der Eibläschen wiederholen muss. Darüber hinaus dient die Kryokonservierung als fertilitätsprotektive Maßnahme vor einer Chemotherapie, bei der sowohl reife Eizellen und Ovarialgewebe als auch Spermien und Hodengewebe eingefroren werden.

Je jünger die Frau desto besser die Eizellqualität

Die ovarielle Reserve der Frau ist der Pool der vorhandenen Eizellen, aus denen sich reife Eizellen entwickeln können. Mit zunehmendem Alter sinkt nicht nur die Anzahl, auch die Qualität der Eizellen wird schlechter: Es kommt im Rahmen der Eireifung (Reifeteilung) zu variablen chromosomalen Aberrationen, bzw. Erbgutveränderungen. Dies schränkt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft mit zunehmendem Alter ein. Daher sollten die Frauen, die sich für diesen Schritt entschließen, nicht älter als 37 Jahre sein. Danach ist die Kryokonservierung zwar auch noch möglich, aber die Prognose für eine erfolgreiche Therapie ist deutlich eingeschränkt. Um die Qualität der Eizellen erhalten zu können, wenden wir das Verfahren des „Rapid Freezings“ (Vitrifikation) unter Verwendung eines speziellen Mediums an. Hierbei werden die Eizellen dehydriert und in flüssigem Stickstoff in Bruchteilen von Sekunden auf 196 °C heruntergekühlt. Ist der Zeitpunkt der Befruchtung durch Mikroinsemination (IVF/ICSI) gekommen, tauen wir sie ebenso schnell wieder auf. Auf diese Weise überleben im Durchschnitt rund 90 % aller kryokonservierten Oozyten. Während Einfrieren und Auftauen unter sehr kritischen zeitlichen Bedingungen stattfinden, kann die Lagerung theoretisch unbegrenzt erfolgen.

Erfolgsaussichten der IVF/ICSI nach Kryokonservierung

Die Erfahrung zeigt, dass sich aus zehn fertilisierten Eizellen im Durchschnitt ein bis zwei vitale Embryonen entwickeln, die für den Transfer in die Gebärmutter geeignet sind. Im Vergleich zu frischen Eizellen weisen kryokonservierte Eizellen die gleiche Befruchtungs- und Entwicklungsfähigkeit auf. Und sie führen auch in gleichem Maße zu einer Schwangerschaft, die vor allem vom Alter der Patienten und von der Anzahl der befruchten Oozyten abhängt. Die Anzahl reifer, befruchtungsfähiger Eizellen nimmt mit zunehmendem Alter ab. Damit können altersabhängig mehrere Punktionen und nachfolgende Therapieverfahren (IVF/ICSI) notwendig werden, um eine vertretbare kumulative Geburtenrate (> 80 %) zu erzielen. So hat eine belgische Arbeitsgruppe festgestellt, dass bis zur Vollendung des 37. Lebensjahrs ca. 23 und nach dem 37. Lebensjahr im Mittel ca. 56 reife Eizellen (M II) kryokonserviert müssen, um dieses Ziel zu erreichen, s. Diagramme unten, Stoop, D., 2012**.

Kosten und Vorgehen

Social Freezing ist ein aufwendiges Verfahren, das eine besondere Expertise und eine aufwendige Infrastruktur voraussetzt. Dies ist auch mit einigen Kosten verbunden. Um später eine kumulative Geburtenrate von über 80 % erzielen zu können, sind z. B. bei einer bis 30 jährigen Frau im Mittel zwei Punktionszyklen und zwei Therapie-Zyklen (IVF/ICSI) notwendig. Die Kosten werden nicht von den Krankenkassen getragen. Primär fallen natürlich nur die Kosten für die Punktionszyklen, das Einfrieren und die jährliche Lagerung an. Die Kostenhöhe richten sich wesentlich auch nach der individuellen ovariellen Reaktivität (Eizellzahl) und dem Alter der Patientin.

Social freezing ist ein Verfahren, dass in bestimmten Fällen eine adäquate Alternative darstellen kann. Dazu gehören auch eine individuell bedingte frühzeitige Einschränkung der ovariellen Reserve. Deshalb ist es sinnvoll, wenn sich jede junge Frau, die später Kinder haben will, schon frühzeitig über Ihre jeweilige Fertilitätsprognose beraten lässt. Dies kann im Einzelfall zu einem durchaus unterschiedlichen, abgestuften Vorgehen führen. In einigen Fällen kann der Fertilitätserhalt über das Einfrieren von Eizellen ein geeignetes methodisches Vorgehen sein. In einigen Ländern erfolgt deshalb bereits bei jungen Frauen eine „assistierte Fertilitätsberatung", um eine individuelle Prognose treffen zu können. Eine ausführliche personalisierte Fertilitätsberatung muss auch einem möglichen Social Freezing vorausgehen, um den Sinn einer solchen Massnahme und Alternativen ausloten zu können. In dieser Beratung sehen wir eine wesentliche ärztliche Aufgabe.

Wenn Sie sich ganz persönlich zum Thema Social Freezing beraten lassen möchten, dann rufen Sie uns bitte unter +49 (0)221-27 76-200 an, schreiben eine E-Mail oder nutzen unser Formular – wir vereinbaren gerne einen Termin mit Ihnen!

*Die Zeit Nr. 44/2014 vom 23.10.2014
**Stoop, D., Facts View Vis ObGyn, 2012

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